Blogparade von Schutzgarten: Warum ich gegangen bin... Narzisstischer Missbrauch


Blogparade von Schutzgarten: Warum ich gegangen bin... Narzisstischer Missbrauch

Narzisstischer Missbrauch
Gefangen in Narzisstischem Missbrauch

Ich freue mich, dass mein Blog langsam ins Laufen kommt und bin überrascht über die vielen Klicks und persönlichen Rückmeldungen, die ich auf meinen Text über seelischen Missbrauch und Manipulation bekommen habe. 

Auch wenn ich mir mit dem nächsten Text über dieses Thema etwas mehr Zeit lassen wollte, kommt es manchmal einfach anders als geplant. 

Die Schutzgärtnerin des Blogs über narzisstischen Missbrauches hat mich zu ihrer Blogparade eingeladen, zum folgendem Thema:

Warum ich gegangen bin... Narzisstischer Missbrauch

Das Thema passt, trotzdem kostet es mich etwas Überwindung, darüber zu schreiben. Aber gerade bei Themen des Missbrauches ist es wichtig, dass nicht mehr einfach die Augen verschlossen werden, und alles unter den Teppich gekehrt wird, sondern, dass Erlebnisse, Gefühle und Schmerzen Raum haben dürfen, man dazu stehen darf und all diese Unterdrückungen endlich frei gelassen werden dürfen.

Erkenntnis ist der beste Weg zur Heilung

Viele Menschen haben narzisstische oder co-narzisstische Charakterzüge, aber es kommt auf die Dosis an, ob das belastend wird für jemand oder nicht. Personen, die stark von narzisstischen Menschen geprägt werden oder sich auf narzisstische Beziehungen einlassen, haben meistens selber auch irgendwo solche Verhaltensmuster, zumindest gegenüber sich selber. Wer von anderen Menschen missbraucht wird und dies zulässt, missbraucht sich auch selber.  In vielen Berichten über Narzissmus liest man, dass dieses Verhalten eigentlich unheilbar sei.

Als Kind in Familie mit Narzissmus

Wie ist das nun, wenn aber ein Kind in eine Familie geboren wird, wo Narzissmus in den verschiedensten Varianten vorhanden ist? Ist das Kind nun sein restliches Leben ein Opfer oder selber Narzisst? Wenn das Kind z.B. einen narzisstischen Vater hat und eine Mutter die sich nicht für das Kind einsetzt und die den seelischen Missbrauch und Manipulationen toleriert, lernt das Kind diese beiden Verhaltensweisen.  Es denkt, das muss alles so sein, das ist normal und womöglich lässt es sich Jahrelang von den Spielchen der Eltern missbrauchen oder beginnt gar selber andere Menschen zu manipulieren. Es wird immer wieder auf ähnliche Menschen treffen, die ihm sein Spiegelbild zeigen. 

Womöglich ziehen sich diese Muster in der Familie auch schon über viele Generationen durch. Für mich persönlich ist klar, dass jeder diesen Kreislauf durchbrechen kann, wenn er das will. Missbrauchs- oder Manipulationserlebnisse können eine grosse Chance sein und dazu dienen, diese alten Muster definitive aufzulösen und zu verändern, um in Zukunft ein gutes, eigenständiges Leben führen zu können. Aber ohne Therapie ist leider der Ausstieg aus diesem Kreislauf fast nicht zu bewältigen.

Die Wahrheit erkennen

Ich selber kenne dieses Kontrollverhalten von einem Teil meiner Familie. Sehr lange dachte ich, ich hätte eine sorglose Kindheit gehabt und sei einfach undankbar, überempfindlich und einfach irgendwie anders. Vor ein paar Jahren gab es einen Vorfall, wo jemand aus meiner Familie mich mit wirklich krassen Lügengeschichten über mich, sehr stark emotional verletzt und gekränkt hat. Der Rest der Familie stand daneben und sah zu, und unternahm nichts. Ich wurde bald daraufhin körperlich sehr krank und brauchte viele Monate, um mit meinem Körper wieder einigermassen klarzukommen. Es folgten auch viele starke Rückfälle mit Flashbacks, mit denen ich teilweise heute noch kämpfe.

Dadurch wurde ich gezwungen, mich intensiver mit diesen Themen auseinanderzusetzen. Erst mit der Zeit merkte ich, dass diese Lügen ein Instrument der Missgunst waren und mich daran zu hindern sollten, mein eigenes Leben selbständig zu leben, stattdessen in gewisser Weise abhängig von der Familie zu sein. Es wurde mir auch bewusst, dass der Schmerz, den diese Verleumdungen und das Verhalten der Familie auslösten, in Wirklichkeit schon ein alter Schmerz ist, aus meiner tiefsten Kindheit. Es war nur eine Wiederholung, die dazu diente, mir endlich die Augen zu öffnen.

Die Wahrheit über das eigene Leben zu sehen, dass vieles nicht so gut und lieb gemeint war, wie es aussah, sondern mit purem Egoismus hinterlegt, oder wie vieles einfach verschwiegen oder unter den Teppich gekehrt wurde, kann sehr schmerzhaft sein. Die Erkenntnisse, dass man jahrelang von Menschen belogen, betrogen und manipuliert  worden zu ist und dies nicht erkennen konnte, sind schockierend. Festzustellen, dass man sich den Wutausbruch nicht eingebildet hat, weil 2 Stunden später jeder so tat, als wäre nie etwas geschehen, dass man nicht Schuld war an irgend einem Tobsuchtanfall, tagelangem Schweigen oder missgünstigem Verhalten, kann sehr heilsam sein. "Aber es war doch nicht alles schlecht?" und "aber die sind doch alle so nett...", musste ich immer wieder hören. Nein, es war nicht alles schlecht. Das habe ich nie gesagt. Aber trotzdem ist es wahr, dass dieser Wechsel von Liebe und Manipulation, diese ewige Unberechenbarkeit eine grosse Belastung für einen Menschen sein kann.

Familienfrieden

Ich erkannte, dass ich nicht Schuld bin, wenn der Familienfrieden zerstört wird und nicht ich dem Familienruf schade, wenn irgend ein Wort zuviel nach Aussen dringt, sondern, die Familienidylle seit jeher nur eine Illusion war.

Kontaktabbruch

Dass ich meine Kontakte zur Familie aufs Minimum reduzieren musste, um diesen Verstrickungen lösen und meine eigenen Wege gehen zu können, wusste ich sehr schnell. Aus Schuldgefühlen oder Mitleid machte ich den Fehler, immer wieder in Kontakt zu gehen. Ich redete mir wieder ein, dass das Ganze doch sicher nicht so schlimm war, und die es ja alle nur gut meinten mit mir. Aber mein Körper zeigte mir etwas anderes. Schon nach nur einem Besuch konnte es sein, dass ich stundenlang zitterte, Herzrhythmusstörungen hatte, dass ich ins Spital musste, Schmerzen hatte bis zur Ohnmacht oder in eine Art Schockstarre geriet und wie gelähmt war.

Befreiung

Als ich mich mit der Thematik Narzissmus auseinandersetzte fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Es war so befreiend zu erkennen, dass viele Menschen mit diesen Verhaltensmustern einfach so in sich selber gefangen sind, und sich teilweise selber so in ihren eigenen Lügen verstrickt haben, dass sie sich gar nicht mehr anders verhalten können. Da Narzissten ihr Fehlverhalten nicht erkennen, sind sie nicht bereit, eine Therapie zu machen, denn es sind ja immer alle anderen Schuld. Will man sich der Wahrheit stellen, um aus diesem ungesunden Verhalten rauszukommen, macht man sich dem Narzissten zum Feind. 

Der Narzisst ist grundsätzlich auch spezialisiert im alles immer wieder so aussehen zu lassen, als wäre sein Opfer der Täter, und er das Opfer. Somit kann man oft von Freunden, Verwandten oder Bekannten keine grosse Hilfe erwarten, denn man stösst auf Unverständnis, da nach Aussenhin die Familienidylle ja immer bewahrt wurde. 

Will man also aus einer solchen belastenden Situation raus, muss man sich auf einen längeren Prozess einstellen. Man muss bereit sein, sich mit allem Schmerz, sowie den tiefsten Einsamkeits- und Verlassenheitsgefühlen auseinandersetzen zu müssen, um sich selber wieder zu finden. Das physische Loslassen ist die eine Seite, aber das emotionale Loslassen finde ich persönlich viel schwieriger.

Auch wenn man letztendlich selber die Person ist, die die Entscheidung trifft, zu gehen, ist es nicht in gewisser Weise so, dass eigentlich die anderen ebenso gegangen sind?

Text by Corinne/Buonavitapraxis

siehe auch Thema Wut 
seelischer Missbrauch
Abgrenzung

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Die Anwendung oder Umsetzung der Informationen in diesem Text oder Blog erfolgt in Eigenverantwortung und nach eigenem Ermessen. Für Schäden die aufgrund dieses Textes oder Blogs entstehen, wird keine Haftung übernommen.

Kommentare

  1. Liebe Corinne, ein wichtiger Beitrag. Bin überzeugt, damit wirst Du einigen Menschen Weg weisend sein. Besonders gut gefällt mir hier, wie Du die Sachen auf den Punkt bringst. Und zur letzten Frage : Gute Frage!

    Kann man festhalten, was einen längst losgelassen?
    Ja, man kann und das kostet Lebenskraft.
    Überleben so oder so, die Frage ist, auf welcher Seite.

    Grüße von Schutzgarten zu Schutzgarten.

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  2. Ich liebe deinen Haftungsauschluss!!! Darf ich den Text übernehmen? er ist hammer ...

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  3. Danke Susanna, du darfst den Text gerne übernehmen, wenn du das möchtest.

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