Missbrauch, Manipulation, Betrug, Verrat: Die Wahrheit kommt immer ans Licht, aber was dann? Wie hole ich mir meine Macht zurück?


Missbrauch, Manipulation, Betrug, Verrat: Die Wahrheit kommt immer ans Licht, aber was dann? Wie holst du dir deine Macht zurück?

Befrei dich aus dem Netz der Manipulation, Missbrauch, Opferhaltung
Befrei dich auch dem Netz der Manipulation
Viele Menschen werden irgendwann in ihrem Leben auf die eine oder andere Art ausgenutzt, missbraucht, verraten, belogen, benutzt, betrogen, manipuliert, bedroht, schlecht gemacht oder ähnliches. Die Einen mehr, die Anderen weniger. Bei den Einen wird durch den Vorfall das Leben mehr beeinträchtigt, bei den Andern weniger. Den Einen ist die Manipulation auch total bewusst, die Anderen stecken noch mittendrin und merken es gar nicht oder würden es sogar abstreiten. Die Einen wehren sich kräftig und mit Händen und Füssen, die Anderen fallen in die Opferrolle und verfangen sich darin.

Wiederholungen von Situationen im Leben

Es gibt Menschen, die werden immer wieder irgendwie betrogen, sehen sich immer wieder erneut als Opfer und können das einfach nicht ändern. Oft finden schon tief in der Kindheit Erlebnisse statt, die das Kind und später den Erwachsenen prägen und solche Wiederholungen von Ereignissen auslösen können. Die Lebensmuster, die wir leben, haben wir irgendwann einmal gelernt. Wenn wir uns immer wieder manipulieren lassen und es nicht merken, oder uns nicht dagegen wehren, wird man den Ursprung dazu höchstwahrscheinlich in der Kindheit finden.

Vererbte Lebensmuster

Uns werden Lebensmuster von den Eltern mitgegeben, welche diese wiederum von ihren Eltern übernommen haben, etc. Gewisse Verhaltensmuster gehen über viele Generationen zurück und überstehen die verschiedensten Welten, Wohnorte, Erlebnisse, Kriege, Katastrophen, aber auch schöne Situationen. Es werden auch nicht nur schlechte Muster weitergegeben, sondern natürlich auch gute. Da wir mit denen aber selten Probleme haben, gucken wir diese hier nicht an. Dass Lebensmuster, die vielleicht vor 300 Jahren in einer ganz andern Welt entstanden sind, uns jetzt Probleme bereiten können, weil sie einfach nicht mehr passend sind, ist nachvollziehbar. 

Ich will damit keinen Eltern zu Nahe treten, denn ich höre schon diverse Aussagen wie: "Sind dann die Eltern immer Schuld?" Es geht hier nicht um die Schuldfrage. Jeder tut sein bestmögliches, ob das Kinder, Eltern oder Grosseltern sind. Wenn gewisse Dinge nicht mehr ins Leben passen, können diese geändert werden, egal ob von Kindern, Eltern, Grosseltern oder Urgrosseltern.

Manipulation der Kinder von Eltern

Es gibt viele Eltern, die ihre Kinder in gewisser Weise manipulieren, benützen oder missbrauchen. Nicht immer sind dies einschneidende Erlebnisse und nicht immer ist das schlimm. Manchmal sind da auch einfach unüberlegte Sätze, die als Erwachsener total harmlos klingen, jedoch beim Kind auf dem direkten Weg, ungefiltert ins Herz gehen und für das Kind total schlimm sind. 
Es gibt bestimmt auch gewisse Lügen, die man einem Kind einfach sagt, um den Frieden zu bewahren oder eine unangenehme Situation abzufangen. Nicht alles ist sofort schlimm und einschneidend oder sogar ein Trauma. Über vieles können die später erwachsenen Kinder auch mit ihren Eltern zusammen lachen, ohne einen bleibenden Schaden davongetragen zu haben.

Es geht hier viel mehr um prägende Situationen, die ein Kind daran hindern, später sein Erwachsenenleben frei und gesund zu führen. Ich schreibe hier viel von Eltern, da diese oft die prägendsten Personen im Leben eines Menschen sind, es geht aber auch um Manipulationen und Machtmissbräuche, die von anderen Menschen ausgeführt werden, auch im Erwachsenenleben. Da aber viele Glaubenssätze schon als Kind entstehen, finden wir einfach die Ursachen oft in der Kindheit.

Auf den körperlichen und sexuellen Missbrauch gehe ich in diesem Text nicht ein.

Seelischer Missbrauch:

Ein Teil davon ist natürlich das ganze "Mann-Frau-und-Frau-Mann-Thema". 

Der seelische Missbrauch in Form von Unterdrückung der Weiblichkeit ist ja immer wieder ein grosses Thema, das man fast nicht zu Ende diskutieren kann. In meiner Generation ist dies bei vielen Frauen immer wieder ein Thema, da wir Frauen jetzt einfach viel mehr Möglichkeiten haben, als noch unsere Eltern oder gar Grosseltern. Die meisten von uns schleppen da noch einige Verhaltensmuster aus vergangenen Generationen mit. Frauen sind nicht mehr auf das Geld der Männer angewiesen, und Männer nicht mehr auf die Kochkünste der Frauen. Diese Manipulationen sind oft stark beeinflusst von Religionen. Im Bewusstsein, dass den Frauen heute die gleichen Möglichkeiten offenstehen wie den Männern, können viele Frauen sich aus diesen alten Glaubensmustern und Verhaltensweisen der Unterdrückung befreien. Dies ist für Männer nicht immer einfach, da auch diese alte Verhaltensweisen aus anderen Generationen mitbringen.

Weitere Formen von seelischen Manipulationen und Missbrauch

Manipulation durch Angst, Eifersucht, Neid, Missgunst, Mangel, Minderwertigkeit, etc. 

Es geht immer darum, dass die eine Person, welche eine andere in irgend einer Form missbraucht, belügt, betrügt, etc. die Macht will über eine Situation oder über diese andere Person. Nicht immer geschieht dies Bewusst und mit voller Absicht. Trotzdem übt der eine Mensch Kontrolle über den anderen Menschen oder über die Situation aus.

Manipulation in Form von gewissen Worten oder Sätzen, wie:

- Du schaffst das nicht
- du bist zu schwach, zu klein, zu dick, zu dünn, zu dumm, zu ehrlich, zu gierig, nicht gut genug
- du bist zu weiblich/zu männlich
- du bist unfähig, du kriegst nichts hin, du bist ein Versager,...
- du kostest zuviel, du bringst uns in die Armut
- du bist Schuld
- du bist ungewollt
- du bist eine Schande für die Familie
- du kriegst nie eine/n Frau, Mann
- werd bloss nicht wie dein/e Vater/Mutter
- der andere ist besser
- ich kann das besser
- wenn du jetzt gehst, brauchst du nie wieder zu kommen
- wenn du das tust, kannst du gehen
- siehst du, ich habs dir doch gesagt...
- du schaffst das nicht, ohne mich
- wenn du ausziehst, bringe ich mich um/sterbe ich/werde ich krank (Selbstmorddrohungen aller Art)
- Alle diese wenn-Sätze: Wenn du das machst, oder nicht machst, dann... passiert etwas, überlebst du nicht, überlebe ich nicht, verlasse ich dich, liebe ich dich nicht mehr...
- das meinst du nur...
- ...

Manipulationen in Form von Angsteinflössung:

- Drohungen, Morddrohungen, Selbstmorddrohungen, Gewaltandrohungen
- Schuldzuweisungen
- Schreien, laut werden
- Unberechenbarkeit
- Gewalt
-...

Manipulatives Wettbewerbsverhalten:

- Ständige Vergleiche von Eltern mit Kindern oder Kinder untereinander
- Mutter nimmt anstelle der Mutterrolle die Rolle der besten Freundin ein
- Eltern leben über Kinder ihre eigenen Wünsche aus (Vater wollte Fussballer werden, jetzt muss der Sohn...)
- sich selber besser stellen
- immer Recht haben
- ...

Manipulation durch Wegnehmen existentieller Dinge:

- Essens-/ Trinkensentzug
- auf die Strasse stellen
- Einschliessen
- Liebesentzug

Manipulation mit Hilfe von sekundärem Krankheitsgewinn

gewisse Krankheiten entstehen manchmal aus einem Kontrollverhalten, z.B.
- immer wenn das Kind etwas selbständig machen will, kriegt die Mutter Kopfschmerzen
- Krankheitsandrohungen
- Kopfschmerzen/Migräne (nicht immer)
- Ohnmacht
- diverse psychosomatische Krankheiten
 - ...

Entstehung des Traumas

Grundsätzlich heisst das alles für ein Kind: "Du bist nicht liebenswert, oder nicht gut genug, so wie du bist."

Geschieht in so einem Vorfall noch etwas zusätzlich einschneidendes, z.B. dem Kind wird etwas geliebtes weggenommen, es wird bestraft, angeschrien, festgehalten, etc., kann es passieren, dass das Kind in eine Art Schockzustand gerät, durch den Schrecken, dass jemand, den es liebt, so etwas Schlimmes mit ihm macht. Es gibt auch Kinder, die fallen an diesem Punkt direkt in Ohnmacht.

Kinder lernen oft schon sehr früh, wie sie sich von ihren schmerzhaften Gefühlen oder schlimmen Erlebnissen schützen können. Sie bauen eine dicke Mauer um sich, lassen alles über sich ergehen, oder sind brav, folgsam und unterwürfig, um den für sie schlimmen Situationen auszuweichen. 

Manchmal erfolgt dann irgendwann auch eine Wende, und das Kind beginnt selbst die Eltern oder andere zu manipulieren, z.B. mit Krankheiten, um Aufmerksamkeit zu erhalten.

Wie das Erlebnis angetriggert wird

Später, wenn der Betroffenne irgendwann wieder in eine ähnliche Situation gelangt, die bei ihm diese Gefühle des Schreckens von früher hervorruft, wird die Person gewisse Schwierigkeiten haben, die Situation zu meistern.

Schutzreaktionen

Schutzreaktionen, um sich solchen Erinnerungen nicht stellen zu müssen, können folgende sein: Ablenkung, Vermeidungsverhalten, Angst, Panik, Essstörungen, Zwangsstörungen, Handlungsunfähigkeit, Flucht, sich der Situation nicht stellen wollen, Unterwürfigkeit, Unselbständigkeit, etc. Ebenso können viele körperliche Beschwerden, die aufgrund einer psychosomatischen Reaktion entstehen, das Leben des manipulierten Menschen belasten.

Auch ein seelischer Missbrauch löst viele schmerzhafte Gefühle aus, ebenso wie ein körperlicher oder sexueller Missbrauch. z.B. Angst, Panik, Schreck, Erstarrung, Trauer, Wut, Zorn, Aggression, Demütigung, Verrat, Betrug, Wertlosigkeit, Versagen, nicht gut genug sein, es nicht schaffen, Scham, Ekel, Schuld, Enttäuschung, Selbstbestrafung, Schmerz, etc.

Wie löst du dich nun von solchen Umständen und wie kommst du wieder zu deiner eigenen Macht

1. Die Wahrheit erkennen

Der 1. Schritt ist der Wichtigste. Zuerst muss man merken und rausfinden, dass man sich überhaupt in so einer manipulativen Situation befindet, in der jemand anderes über einen Macht in irgend einer Form ausübt. Dann gilt es, diese Wahrheit anzunehmen, egal wie schmerzhaft das ist. Oft kommen da Gedanken wie "das kann doch nicht sein, das ist doch nicht wahr, das meine ich nur, etc".

Hinschauen, die Wahrheit erkennen und nicht mehr unter den Teppich kehren, ist die halbe Heilung.
Falls du merkst, dass da wirklich etwas ist, das dich vielleicht wirklich schwer belastet, such dir einen guten Therapeuten, denn du wirst es alleine nur schwer da raus schaffen. Wenn man solche Situationen aufarbeiten muss, kann man oft nicht auf Familie oder Freunde zählen, denn es kann sein, dass Betroffene sich den Tatsachen nicht stellen möchten, alles abstreiten, sich distanzieren oder einfach überfordert sind und nicht wissen, was tun.

2. Sich der Tatsache stellen

Manchmal werden die Menschen, wenn sie die Wahrheit erkennen, zuerst einmal  aufgrund der schockierenden Tatsache zurückgeworfen. Es kann sehr schwierig und schmerzhaft sein, zu erkennen, dass etwas im Leben gar nicht so ist, wie man das bisher dachte, oder dass eine Person es vielleicht mit einem gar nicht so gut meint, wie man das eigentlich immer glaubte. Wenn es für dich zu schwierig wird, such dir unbedingt therapeutische Hilfe.

3. Gefühle zulassen

All die Gefühle, die als Kind immer unter dem Deckel gehalten werden mussten, um die Situationen ertragen zu können, möchten jetzt hervor kommen. Dies kann ein längerer Prozess sein. Stell dich all deinen Gefühlen. Es darf alles sein. Finde Wege für dich, wie du all diese Gefühle der Wut, Trauer und des Schmerzes verarbeiten kannst.

4. Mach niemandem einen Vorwurf

Verletzte Menschen verletzen oft andere. Einige Menschen helfen einem nicht, um sich selbst zu schützen. Eltern geben immer das Beste, auch wenn man das vielleicht nicht so empfindet. Manchmal können sie einfach nicht anders, weil sie es nicht anders gelernt haben oder einfach auch mit der Situation überfordert sind. Vielleicht dachte die Person, die dich verletzt hat tatsächlich auch, ihre Tat sei aus Liebe gewesen.

5. Verzeihen

Verzeihen heisst, dich selber aus der schwierigen Situation zu lösen, damit du nicht immer wieder in die Wut zurückfällst. Du musst keineswegs gutheissen, was geschehen ist, aber du kannst davon ausgehen, dass die Person ihre eigene Verletzung auf dich übertragen hat. Auch Rache wird dir keineswegs helfen. Gehe besser davon aus, dass, wenn du die Situation loslassen kannst, es dir besser geht und du frei wirst. Der Täter wird seine Bürde selber zu tragen haben, auch ohne dass du da etwas tun musst. Vielleicht musst du auch 100x verzeihen, bis es in deinem Herz angekommen ist, und du weitergehen kannst.

6. Dem "Teufel" entkommen

Suche für dich Wege, deinem persönlichen "Teufel" zu entkommen. Immer dann, wenn du wieder in die alten Muster kommst, oder dich die Situation oder Gefühle wieder einholen oder gefangen nehmen, entscheide dich bewusst für einen anderen, neuen Weg, jeden Tag ein Stückchen. Widerstehe dem Schlechten mit etwas Gutem! Raff dich auf, befreie dich aus der Opferhaltung und tue etwas Gutes für dich, oder für jemand anderen. Einige Beispiele findest du auch auf meinem Text über Wut!

 http://buonavitapraxis.blogspot.com/2018/08/das-potential-in-der-wut.html

Weitere Strategien werden in einem anderen Teil folgen.

Text by Corinne/Buonavitapraxis

Siehe auch:
Abgrenzung
Blogparade Narzissmus, warum ich gegangen bin 

Haftungsausschluss:
Die Anwendung oder Umsetzung der Informationen in diesem Text oder Blog erfolgt in Eigenverantwortung und nach eigenem Ermessen. Für Schäden die aufgrund dieses Textes oder Blogs entstehen, wird keine Haftung übernommen.

Kommentare