Kleiner Kurs in Selbstliebe und Selbstwert

BuonaVita Kriens, Selbstliebe und Selbstwert
Selbstliebe und Selbstwert

Kleiner Kurs in Selbstliebe und Selbstwert

(Ich schreibe hier aus der Sicht einer Frau; bist du ein Mann, findest du aber sicher für dich selber passende Beispiele)

Selbstliebeübungen

Diese Sätze hast du sicher alle schonmal gehört:

Liebe dich selbst, sonst liebt dich niemand.
Sei es dir selbst wert.
Gönn dir was.
Alle Menschen sind gleichviel wert.
Gib dir das, was du brauchst und dir von anderen wünschst selbst.
Du bist gut so wie du bist.
Du bist schön so wie du bist.
etc.

Vielleicht hast du schon 1000 Selbstliebe- oder Selbstwertübungen hinter dir, und irgendwie funktioniert das alles doch nicht. Du guckst morgens, direkt nach dem Aufstehen in den Spiegel, leierst den Satz "ich bin schön so wie ich bin" runter und denkst dabei "Scheibenkleister, ich fühle mich überhaupt nicht schön" und "wie soll das funktionieren".

Ist Selbstliebe Natürlichkeit, oder zurück zur Natur?

Gerade in der Therapeutenwelt und erst recht in der spirituellen oder esoterischen Welt geht der Trend immer mehr in Richtung "zurück zur Natur". Man braucht immer weniger zum Leben, braucht nur noch natürliche Produkte ohne Giftstoffe, pflanzt sich sein Gemüse selber an, guckt auf ökologische Produkte, reduziert Abfall etc. Ich finde das alles sehr gut und wichtig.

Aber ich habe festgestellt, dass da oft etwas mit dem Selbstwert und der Selbstliebe missverstanden wird. Viele Menschen bemühen sich sehr, sich selbst zu lieben und beginnen dann interessanterweise, sich in gewisser Weise selbst zu vernachlässigen.  Alle Äusserlichkeiten werden als oberflächlich gesehen, denn es geht ja um die inneren Werte. Die Frisur wird nicht mehr gemacht, denn man ist ja immer schön so wie man ist; der Pullover ist alt und ausgeleiert, denn es ist ja egal was man für Kleider trägt; weibliche Körperpflege wird reduziert, denn man hat ja genug weibliche Ausstrahlung und braucht das alles nicht mehr, etc. 

Man wird geliebt und jeder ist gleich viel wert, egal wie man rumläuft. Äusserlichkeiten sind nicht mehr wichtig. Aber vielleicht zu unwichtig? 

Trotz aller Bemühungen, seinen inneren Selbstwert zu steigern und trotz der Reduktion der finanziellen oberflächlichen Ausgaben wird dann irgendwie auch noch das Geld immer weniger. Die Selbstwertsteigerung scheint irgendwie nicht zu funktionieren.

Und wenn dann einem der Mann im Stich lässt, weil man sich selbst gehen liess, war er halt einfach nicht der Richtige und er hat einem auch nicht wahrhaftig geliebt. Und man kämpft sich weiter in Richtung Selbstwert!

Aber was nun? Soll es denn wieder zurück gehen, zu dieser gewissen äusseren Oberflächlichkeit?

Nein. Es ist in jedem Fall richtig, an deinem inneren Selbstwert zu arbeiten und du sollst auch weiterhin in erster Linie so rumlaufen, wie du dich wohl fühlt und wie du dich selber sein kannst.

Nicht gut genug sein

Vielleicht hattest du schon öfters in deinem Leben das Gefühl, irgendwie nicht richtig zu sein, nicht am richtigen Ort zu sein, weniger zu sein als andere, nicht gut genug zu sein, nicht genug geliebt zu werden, oder ähnliches.

Du versuchst dann Dinge in deinem Leben so zu machen, dass du dich geliebt oder gebraucht oder geborgen fühlst, dass du dich schön fühlst, gut genug fühlst. Du ziehst dich schön an, guckst dass du alles richtig machst, oder du versuchst krampfhaft nicht oberflächlich zu sein, etc. Somit machst du dich und deinen Wert abhängig. 

Kriegst du aber Komplimente oder Geschenke, kannst du diese kaum annehmen oder fühlst dich doch irgendwie nicht richtig dankbar. Irgendwo in deinem Hinterkopf kommen Zweifel, die sagen, dass du das nicht verdient hast, dass das nicht richtig sein kann, etc.

Alle Menschen sind gleich viel wert

Mach dir in erster Linie bewusst, dass all diese Gefühle lügen. Als Mensch sind alle Menschen gleich viel Wert. Und falls du an Gott glaubst, vor Gott sind alle Menschen gleich viel wert.

Es ist also egal, was du alles kannst, wie viele Diplome du hast, was du arbeitest, ob du alleine bist oder einen Partner oder Familie hast, wie gross du bist, wie viel du wiegst, wie viel Geld du hast, welche Haarfarbe du hast, welche Kleider du hast, wie du aussiehst, welche Handtaschen du hast, wo du wohnst, was du isst, wie viel Sport du treibst, wie nett du bist, etc. Als Mensch ist jeder gleich viel wert.

Du bewertest dich selbst

Beispiel:
Du treibst seit 3 Wochen täglich 1h Sport und bist total stolz darauf, dass du das geschafft hast. Nun sprichst du mit einer Freundin darüber und fragst, wie viele Stunden sie denn Sport treibt. "Ach was, nur 2 Stunden pro Woche? Ich habe es geschafft, jeden Tag eine Stunde Sport zu machen!" Mit dieser Aussage versuchst du dich besser zu stellen, weil du denkst, du bist nun mehr wert, weil du mehr gemacht hast, als sie. Aber gleichzeitig machst du die Freundin schlechter und wertest sie ab. Dies ist allerdings alles deine persönliche Bewertung von den Dingen die du tust, und nicht von dem Wert, der jemand als Mensch hat. Diese Bewertungen machen dich abhängig und du brauchst immer mehr und mehr, um zufrieden zu sein

Egal was du tust, oder wie du handelst oder wie viel Geld du verdienst, du kannst niemandem den Wert "Mensch" wegnehmen und brauchst also auch kein schlechtes Gewissen oder Schuldgefühle zu haben, wenn dir jemand etwas schenkt oder du mehr Erfolg hast als jemand anderes. Umgekehrt verändert all dein Erfolg deinen eigenen Wert als Mensch überhaupt nicht.

Wenn dir das bewusst wird, kannst du beginnen, Erfolg, Oberflächlichkeiten und Äusserlichkeiten nicht mehr als etwas zu missbrauchen, das dir Selbstwert geben soll, sondern es einfach geniessen. Du wirst unabhängig und frei.

Es ist egal was ich tue?

"Alle Menschen sind gleich viel wert, egal was du tust", heisst allerdings nicht, dass du nun unbegrenzt schlechte Dinge tun kannst und dies auf dein Leben keinen schlechten Einfluss hat. Wenn du z.
B. gemein bist zu anderen Menschen und betrügst, wird dies wieder auf irgend eine Art zu dir zurück kommen, die bestimmt nicht sehr angenehm sein wird. Aber das hat nichts mit deinem Wert als Mensch zu tun.

Ablehnen von Äusserlichkeiten und Oberflächlichkeiten

Du musst dich also nicht auf Äusserlichkeiten und Oberflächlichkeiten konzentrieren, um deinen inneren Wert zu erkennen, diesen Teil hast du wahrscheinlich schon lange begriffen.

Aber das heisst nicht, dass du dich nun gehen lassen sollst und dich selber stinkend und mit ungekämmten Haaren wohl fühlen musst oder nur noch ungeschminkt aus dem Haus gehen sollst. Du musst auch nicht auf alle Luxusartikel verzichten, um deinen inneren Wert zu erkennen. Es sollte einfach keine Abhängigkeit bestehen, weder auf der einen, noch auf der andern Seite. Gehst du nur geschminkt aus dem Haus, bist du abhängig von der Schminke. Glaubst du, du gefällst den Männern nur, wenn du dich schminkst, bist du abhängig von deinem Glaubenssatz. Gehst du nur ungeschminkt aus dem Haus, weil du andern etwas beweisen willst und nicht, weil du dich so einfach gut fühlst, machst du dich auch wieder abhängig. 

Wenn du heute Lust hast, deine Augen mit ein bisschen Schminke aufzupeppen und dir ein schickes Kleid anzuziehen, einfach für dich, dann tue es und geniesse es.

Die Tiefe in der Oberflächlichkeit

Du darfst all diese Äusserlichkeiten und Oberflächlichkeiten annehmen, schätzen, dich darüber freuen, dankbar sein und es einfach geniessen! Auch das ist Selbstliebe! Du musst dich nicht selber vernachlässigen oder Geschenke ablehnen und Schuldgefühle haben, weil eine teure Jeans oder eine schöne Tasche oberflächlich sind, oder eine schöne Frisur und eine wohlriechende Hautcreme überflüssig sind oder Geld nur ein Mittel zum Zweck ist. Du darfst gut auf dich schauen, du verdienst das und du bist das alles wert! Viele Gegenstände sind Luxus, trotzdem wurden sie aus einem Grund erfunden und sprühen vor Kreativität. Auch diese bekommen wieder eine gewisse Tiefe, wenn du sie wertschätzen lernst, bewusst einsetzt und nicht als selbstverständlich betrachtest.

Text by Corinne/Buonavitapraxis

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