Selbstliebe: Übernimm Verantwortung für deinen eigenen Abfall und für die Umwelt


Selbstliebe: Übernimm Verantwortung für deinen eigenen Abfall und für die Umwelt

Selbstliebe heisst auch, Verantwortung für sich selber übernehmen. Das heisst aber auch, Verantwortung für  das eigene Leben, für den eigenen Abfall und die persönliche Umweltverschmutzung zu übernehmen.

Abfallproblem auf Korfu
Paleokastritsa, Korfu und das Abfallproblem
Korfu und das Abfallsystem

Vor ein paar Wochen war ich auf Korfu, einer wunderschönen griechischen Insel, mit türkisblauem, sehr klarem Meer. Leider ist das Abfallsystem dort die reinste Katastrophe. Am ersten Tag dachten wir noch, die Menschen stellen all den Müll aus der ganzen Region an die Strasse, weil dieser bald abgeholt würde. Am 2. und am 3. Tag merkten wir, dass dies eine Illusion war, denn die Müllberge wurden nicht kleiner. 

In den Touristenorten direkt, sah man vom Abfallproblem auf Korfu nicht viel. Sobald man aber aus den Dörfern raus fuhr, gab es vor und nach jedem Dorf riesige Müllhalden. Fuhr man ins Landesinnere, wo es keine Müllhalden gab, türmten sich Abfallberge am Strassenrand, teilweise bis zu 4 Meter hoch und auf einer Länge von 200 Metern. Ca. alle 2 Kilometer fand man diese Müllberge.  Es roch auch dementsprechend, ganz zu schweigen von all den Insekten und Krankheitserreger, die sich da wahrscheinlich tummeln. Wir erlebten auch Tage mit richtig starkem Regen, worauf überall braune Bäche ins Meer, in das sonst sehr klare Wasser flossen. Man wusste nicht recht, ob das nun einfach ein Sand-Erde Gemisch war, aufgrund des trockenen Bodens, oder ob da vielleicht noch zusätzlich ungute Stoffe aus den Abfallbergen mit ins Grundwasser und ins Meer flossen.

Auf Korfu gibt es eine Mülldeponie, die total überfüllt ist. Der Bau einer zweiten Mülldeponie stiess nicht überall auf Begeisterung, und Anwohner blockierten die Zufahrtswege zur Deponie teilweise mehrere Wochen lang. Somit war die Müllabfuhr derart im Hintertreffen, dass sich die Abfälle stapelten. Und selbst wenn die Müllsäcke abgeholt werden, wird einfach alles auf eine Deponie geworfen und modert dann vor sich hin.

Einmal sahen wir auf einem Berg einen Lastwagen mit Bauschutt, der gerade eine ganze Ladung eine steile Böschung runter kippte. Teilweise wird der Abfall in Sammelstellen sogar getrennt, aber letztendlich wissen die Menschen überhaupt nicht mehr wohin mit ihrem Müll und leiden darunter.

Dank an das funktionierende Abfallsystem

Dies hat mir sehr bewusst gemacht, wie schön wir es hier in der Schweiz haben, wo das Abfallsystem einfach funktioniert und niemand sich darüber Gedanken machen muss. Wir werfen einfach alles in den Müllsack und Ende Woche kommt der Müllsack in den Container. Dieser wird geleert und gut ist. Wenn es uns gerade nicht zu aufwändig ist, trennen wir noch ein bisschen Papier, Karton, Flaschen, Metall und Grünabfuhr und fühlen uns total gut, dass wir nun etwas für die Umwelt getan haben. 

Ab und zu reklamieren wir ein bisschen, weil wir Abfallgebühren und Steuern zahlen müssen. Dass dahinter eine ganzes System und eine Organisation und viele Arbeitsplätze stecken, geht oftmals vergessen. So verwöhnt sind wir. 

Dann wundern wir uns, weshalb Menschen aus andern Ländern finden, dass wir es hier in der Schweiz so gut und schön haben. Wir wundern uns, dass Menschen aus andern Ländern finden, dass die Schweiz so sauber ist, denn es gibt ja auch hier immer wieder Orte, die wir dreckig finden. 

Wir sollten alle das gut funktionierende System und all das Wissen auch schätzen und benutzen.

Verantwortung für den eigenen Abfall und die eigene Verschmutzung

Es hat mir einfach wiedereinmal die Augen geöffnet, wieviel Abfall wir eigentlich tagtäglich produzieren und wieviel davon gar nicht nötig wäre. Es hat mich daran erinnert, vermehrt zu gucken und wieder mehr Verantwortung für meinen eigenen Abfall zu übernehmen.

Ich weiss, es gibt Menschen, die interessieren sich überhaupt nicht für ihren eigenen ökologischen Fussabdruck. Sie wollen einfach alle Neuheiten und ihr Leben ohne Einschränkungen geniessen, benutzen unbeschränkt Kreuzfahrtschiffe und Flugzeuge, essen täglich Fastfood in Einwegboxen, benutzen Produkte mit Palmöl und spenden dann einmal im Jahr etwas für bedrohte Tiere.

Wir gucken auf unsere Körper, machen Yoga und versuchen möglichst lange gesund zu leben. Wenn wir an Umweltverschmutzung denken, denken wir an Öltanker in den Weltmeeren, an Massentourismus mit Bergen von Getränkebechern und Zigarettenstummeln am Strand, oder an riesige Fabriken in nebligen, chinesischen Städten. Gleichzeitig fühlen wir uns nicht betroffen, da wir selber unsere Plastiksäckli ja nicht am Strand liegenlassen und immer alles schön in den Kübel werfen. 

Bergeweise Abfälle zu produzieren, ohne sich je darüber Gedanken zu machen, was das für Folgen hat, finde ich persönlich nicht in Ordnung. Ich finde, jeder trägt auch eine gewisse Verantwortung für den eigenen Abfall, das eigene Abwasser und die eigene Verschmutzung. Dafür auch Verantwortung zu übernehmen, ist auch ein Teil von Selbstliebe. Egal wie gross die Verschmutzung ist, die der Nachbar, die indische Fabrik, oder das Flugzeug das sowieso fährt, produziert, jeder kann trotzdem für sich selber und sein eigenes Tun Verantwortung übernehmen.

Abfall und Verschmutzung reduzieren

Ich persönlich gucke einfach auf kleine Dinge die ich selber tun kann, um ein bisschen ökologischer zu leben. Natürlich gibt es da bei mir auf jeden Fall noch viel Verbesserungspotential.

- zum Einkaufen eigene Taschen mitnehmen
- Waren offen kaufen, Mehrwegbeutel, Stoffsäckchen oder Dosen mitnehmen
- Einkäufe planen
- Biologische Waren kaufen, aus der Region
- Küchenkräuter und Sprossen selber anpflanzen
- Glasbehälter anstatt Blechdosen oder Plastik
- Frische Lebensmittel, ohne komplizierte Zubereitungsverfahren
- grössere Packungen anstelle von kleinen, einzeln abgepackten Produkten
- Produkte mit natürlichen Stoffen, z. B. Kosmetika ohne Palmöl und Silikone
- Aufbewahrungsdose anstelle von Alufolie
- kein Einwegbesteck oder Geschirr
- Wasser wird nicht in Flaschen gekauft, sondern Hahnenwasser getrunken, evt. selber mit Kohlensäure versetzt
- Mehrweg-Kaffeebecher für unterwegs
- Kaffeemaschine mit Siebträger anstelle von Kapseln
- Defekte Artikel wenn möglich reparieren
- In der Wohnung Licht nur dort brennen lassen wo man es braucht
- Elektronische Geräte abstellen bei nichtgebrauch
- einmal mehr ÖV, Fahrrad oder Fussweg benützen, anstelle von Auto
- Dinge direkt im Laden kaufen anstatt im Internet bestellen, mit riesigen Schachteln und Unmengen von Füllmaterial

Wenn jeder nur alle 3 Jahre ein neues Handy kauft, anstatt alle 2 Jahre, wenn jeder sein Auto ein Jahr länger fährt und jeder seine Kleider ein halbes Jahr länger trägt, wenn jeder ein paar Plastikflaschen und Plastiksäcke weniger benutzt, und einmal mehr eine Strecke zu Fuss geht, wird das ganz bestimmt etwas ausmachen, auch wenn viele Menschen denken, dass ihr persönliches Verhalten keinen Einfluss auf die Welt hat. 

Auch wenn ich meine, selber keinen Einfluss auf eine rauchende Fabrik in Indien zu haben, oder auf ein schlecht funktionierendes Abfallsystem auf der anderen Seite der Erde, kann ich trotzdem etwas für mich selber tun und mich selber lieben. Ich kann Vorbild sein, mein Wissen nutzen, Verantwortung für mein eigenes Verhalten tragen und mein Bestmögliches geben, meine persönliche Verschmutzung niedrig zu halten.

Hast du auch noch ein paar Tips zur Verminderung von Abfall oder persönlicher Umweltverschmutzung, darfst du gerne einen Kommentar schreiben!

Text by Corinne/Buonavitapraxis

Siehe auch:
Kleiner Kurs in Selbstliebe

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