Sprossen oder Microgreens: Vitaminreiche Ernährung auch im Winter


Sprossen oder Microgreens: Vitaminreiche Ernährung auch im Winter

Sprossen und Microgreens, Vitamine auch im Wiinter
Rettich- und Brokkolisprossen
Auch im Winter ist es nicht schwierig, täglich ein paar wertvolle Nährstoffe aus frischen Pflanzen zu sich zu nehmen.

In der modernen Küche spricht man vom Superfood "Microgreens", ich bin da etwas altmodisch und spreche von Sprossen und Keimlingen. Ein paar frische Sprossen im Salat, im Sandwich oder im Smoothie finde ich eine wunderbare und einfache Möglichkeit, nährstoffreich zu essen, ohne Nahrungsergänzungsmittel.

Von Keimlingen spricht man vor Allem, wenn man hauptsächlich die gekeimten Kerne meint, und  von Sprossen spricht man, wenn man bei frisch gekeimten Samen das Grüne mit jungen Blättchen meint.

Sprossen und Keimlinge in Sprossengläser

Meine Sprossen baue ich selber an, in speziellen Sprossengläser, mit einem Sieb-Deckel. Dies ist einfach und hygienisch und die Gläser kosten auch nicht viel. Früher habe ich einfach normale Konfigläser genommen und mit einem Sück Gaze abgedeckt. Aber die Gaze kostet ja auch was und die Sprossengläser sind weniger umständlich. Es gibt da auch noch diverse andere Varianten in den verschiedensten Preislagen.

Kerne und Samen Einweichen

Kerne für Microgreens 6 h einweichen
Kerne für Microgreens einweichen
Ich nehme pro Glas jeweils nur eine Sorte Kerne. Man kann die Sorten auch mischen. Am Besten nimmt man dann aber gleich eine Kernemischung extra für Sprossen, oder man sucht sich die Mischung so aus, dass alle Sprossen etwa gleich lang für ihr Wachstum brauchen. 

Für meine Gläser nehme ich also ca. 1 Esslöffel voll Samen und weiche diese zuerst ca. 6 Stunden in Kaltem Wasser ein.

Kerne und Samen spülen

Sprossen in Sprossengläsern abtropfen
Keimlinge nach Spülen abtropfen
Nach dem Einweichen giesse ich das Wasser ab und spüle die Kerne nochmals gut durch. Die Sprossengläser lassen sich dann Kopfüber hinstellen, so dass das Wasser gut abfliesst und die Kerne abtropfen können. 

Danach gilt es, die Kerne morgens und Abends jeweils gut mit Wasser durchzuspülen und die Gläser erneut kopfüber hinzustellen, um abzutropfen. Es darf sich keine Staunässe bilden, damit die Keime nicht zu faulen beginnen, oder sich Bakterien ansammeln können.

Bakterien in Sprossen

Manchmal hört man von diesen Horrorgeschichten, dass Menschen von Sprossen Vergiftungen bekommen. Spült man die Sprossen konsequent zweimal täglich mit Wasser gut durch und lässt diese gut abtropfen, sind Sprossen keine Gefahr. Wenn meine Sprossen mal schlecht riechen, oder ich diese nicht regelmässig durchspülen konnte, werfe ich sie dann tatsächlich lieber auf den Kompost.

Sprossen im Kühlschrank haltbar

Sind die Keimlinge oder Sprossen fertig, lassen die sich in gut verschliessbaren Behältern und im Kühlschrank 2 - 3 Tage halten. Ich spüle diese allerdings auch dann nochmals mit Wasser durch, bevor sie ins Essen kommen.

Wo kriege ich die Samen her

Viele verschiedene Samen für Sprossen kann man übers Internet bei diversen Betrieben sehr günstig kaufen. Ich selber verwende aber auch Kerne aus dem Supermarkt, z.B. ganz normale Sonnenblumenkerne, Linsen oder Leinsamen.

Sprossensorten

Verschiedene Sprossen haben verschieden lange Keimzeiten, bis man sie essen kann. Da gilt es auch, ein bisschen auszuprobieren, wie man die Keimlinge oder Sprossen am liebsten mag. Gewisse Sorten werden auch etwas bitter, wenn man sie zu lange keimen lässt. Es kommt auch ein bisschen darauf an, ob man lieber farbige Sprossen für eine Dekoration möchte, oder ob man besonders schnell ein paar angekeimte Kerne möchte, ob man vielleicht lieber etwas mit viel Eigengeschmack möchte, oder einfach ein bisschen frisches Grün.

Sonnenblumenkerne, Radieschen oder Rettichsprossen: Sie keimen sehr schnell und können schon nach 1 - 3 Tagen verzehrt werden.

Brokkolisprossen, Weizenkeime und Zwiebelsprossen: Diese haben eine Keimzeit von ca. 3 - 7 Tagen.

Linsen-, Soja- und Bohnensprossen, Kichererbsen: Diese lasse ich keimen und esse sie, bevor sie grüne Blättchen entwickeln. Da Bohnen grundsätzlich Giftstoffe enthalten, die erst mit dem Kochen eliminiert werden, blanchiere ich die Keimlinge vor dem Verzehr. Es gibt Rohköstler, die sagen, dass man Linsen- und Bohnenkeimlinge auch roh essen kann, da das Gift schon beim Keimen der Bohne abnimmt. Man isst ja diese Keimlinge in der Regel auch nicht Kiloweise. Will man aber sicher gehen oder gibt diese Sprossen auch Kindern, empfehle ich, sie kurz zu kochen, um auf der sicheren Seite zu sein.

Kürbiskerne: Keimen diese zu lange, werden sie bitter und es bilden sich Giftstoffe. Kürbiskeimlinge sollten in den ersten 1 - 2 Tagen verzehrt werden.

Kresse- und Randensprossen: Diese funktionieren in Sprossengläsern nicht so gut. Für diese lege ich einfach ein bisschen Watte oder Erde in eine Schale, lege die Samen drauf. Wenn man die Watte oder Erde nun immer schön feucht hält, keimen die Sprossen schnell.  Nach ein paar Tagen kann man dann einfach das Grünzeug abschneiden und essen.

Zum Keimen eignen sich auch diverse weitere Kerne, Bohnen oder Nüsse. Da gilt es auch, auszuprobieren, was man gerne mag. Einige Keime entwickeln auch einen starken Geruch, was nicht jedermanns Sache ist

Meine persönlichen Favoriten sind deshalb Radieschen, Rettich, Brokkoli und Sonnenblumenkerne.

Hast du auch ein Favorit oder eigene Erfahrungen im Sprossenanbau? Du darfst gerne einen Kommentar dazu schreiben.

Text by Corinne/Buonavitapraxis

Siehe auch:
Superfoods
Entgiftung
Grüne Smoothies

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