Hochsensibilität/Hypersensibilität/Überempfindllichkeit/Feinfühligkeit, ist das wirklich eine Gabe?

Hochsensibilität/Hypersensibilität/Überempfindllichkeit/Feinfühligkeit, ist das wirklich eine Gabe?

Ich habe etwas Zeit gebraucht, um wieder neue Texte zu verfassen. In der Zwischenzeit habe ich mich viel mit Neurologie, Gehirnsynapsen und Gedankenkontrolle beschäftigt, auf wissenschaftlicher Ebene basierend. Mein Text beinhaltet aber meine persönlichen Erfahrungen und Gedanken und gilt nicht als wissenschaftliches Dokument.

Ist Hochsensibilität eine Gabe?

In meinem Leben war ich schon bei vielen Therapeuten, aus Krankheitsgründen und aus beruflichen Gründen, und ich hörte immer wieder, dass ich Hochsensibel sei und das eine tolle Gabe sei. Vor allem in der spirituellen oder esoterischen Welt, wurde mir immer wieder gesagt, dass ich diese Gabe nur annehmen müsse und einfach noch besser auf mich schauen müsse. Meine Ernährung auf Vegan umstellen, mehr meditieren, alle negativen Schwingungen eliminieren oder ihnen ausweichen, mich Menschenmassen fernhalten, Giftstoffe einschränken, noch mehr Kurse oder Weiterbildungen besuchen etc.

Ich probierte alles aus und für mich wurde es nie besser, sondern immer nur schlimmer. Man kann das schon als Gabe sehen, wenn man alles Mögliche spürt, trotzdem war das für mich nie etwas Schönes. Manchmal fühlte ich mich wie durchsichtig und reagierte auf jede Kleinigkeit mit unangenehmen Körperempfindungen.

Einige der Therapeuten aus der spirituellen/esoterischen Szene werden jetzt wahrscheinlich sagen, ich hätte die Gabe nicht erkannt und würde diese Ablehnen. Das mag sein, aber darüber werde ich nicht streiten.

Von Gedanken und Synapsen

Fakt ist, Gedanken steuern fast alles. Vor Allem diese unterbewussten, schnellen Gedanken, die wie Autobahnen funktionieren. Gedanken kann man trainieren, egal in welche Richtung.

Wird mir nun ständig eingetrichtert, ich sei Hochsensibel, Hypersensibel und empfindlich, ich müsse mich schützen, ich müsse aufpassen was ich esse, ich müsse mich von allem Negativen abgrenzen, ich müsse auf alle möglichen Schwingungen achten, werden sich meine Gehirnbahnen/Synapsen nach diesen Gedanken formen. Je mehr Kurse zur besseren Wahrnehmung und Selbstfindung ich also besuche, je mehr ich beginne auf alle möglichen Schwingungsveränderungen und inneren Wahrnehmungen zu achten, desto grösser werden meine Gedankenautobahnen in diese Richtung. Da diese Gedanken oft mit Ängsten oder Zwängen gekoppelt sind (Angst etwas schlechtes zu essen, negative Energien aufzunehmen, Zwang sich energetisch zu reinigen, ohne Talisman nicht aus dem Haus gehen, etc.), werden auch die Ängste und Zwänge in diese Gedankenautobahnen integriert. Diese Synapsen vernetzen sich immer mehr und die Reaktionen oder auch Wahrnehmungen kommen immer schneller. Das ist wie ein Training. Irgendwann wird daraus ein Selbstläufer (Beim Autofahren kuppelt man auch irgendwann automatisch, ohne zu überlegen). Man sieht eine Menschenmenge und spürt förmlich, wie man von negativen Energien umgeben wird. Man sieht ein Lebensmittel und spürt, wie dies einem schadet. Natürlich spürt man auch das, was einem Gut tut, die positiven Schwingungen, aber auch das sind antrainierte Gedanken Autobahnen.

Diese Vorgänge können zu einer riesigen negativen Spirale führen und das Körpersystem beginnt auf alles mögliche zu reagieren, da es überall eine Rückkopplung mit einer Angst, einem Zwang, einem negativen Gedanken oder diesen Synapsen gibt. Man wird Hochsensibel oder Hypersensibel.

Hochsensibilität und Angststörungen

Für mich gehört Hochsensibilität oder Hypersensibilität in dieselbe Richtung wie Angst- und Panikstörungen, oder Zwangsstörungen, welche häufig nach Traumas auftreten, oder auch unglücklicherweise antrainiert werden.

Für mich ist auch klar, wenn ich meine Gedankenautobahn in die eine Richtung trainieren kann, kann ich das auch in die andere. Es hängt nur vom Fokus ab, und es wird eine Weile brauchen, das Hypersensible Nervensystem in die andere Richtung zu lenken.

Die Gabe der Hochsensibilität: Gedankenkontrolle

Die Gabe an dem Ganzen ist für mich nicht diese Feinfühligkeit, sondern zu erkennen, dass ich selber entscheiden kann, ob ich da drin verharren will oder eine andere Gedankenautobahn erstellen will. Ich kann selber entscheiden, was ich denken will.

Fakt ist, der durchschnittliche Mensch verträgt sehr vieles, auch negative Schwingungen und gewisse Giftstoffe. Der menschliche Körper ist auch bei vielen Krankheiten in der Lage, sich wieder selber zu heilen.

Für mich ist diese Sache der Hochsensibilität also eine Sache des Kopfes. Das heisst nicht, dass man jetzt wahllos Fastfood in sich reinstopfen soll und gar nicht mehr auf seine Gesundheit achten soll, aber vielleicht lohnt es sich, einmal hinzuschauen, was man denn früher mal alles so gemacht und vertragen hat, das jetzt irgendwie nicht mehr geht.

Die Macht über sich selbst zurückerobern

Ich gehen nun davon aus, dass auch dein biologischer Körper, sofern du sonst Gesund bist, mindestens den Durchschnitt verträgt, an Hitze, an Kälte, Vibrationen, Giftstoffen, Lebensmittel, Menschenmassen, etc.

Wenn du dich also immer zurückgenommen hattest und immer mehr auf alles schauen musstest, beginne dich wieder langsam abzuhärten. Du gibst deine Macht an äussere Dinge ab, überlässt deinen Platz dem Aussen und ziehst dich zurück. Mach wieder einen Schritt vorwärts und lass diese Ängste und Kontrolle los. Folge dem, was du wirklich willst, dem was du machen würdest, wenn du richtig stark wärst, nicht dem, was du aufgrund deiner Hypersensibilität gerade noch so knapp hinkriegst.

Mache dir deine Wünsche klar, mach dich gross und beginne, deine Gedanken in eine andere Richtung zu lenken! Beginne, dir eine neue Gedankenautobahn anzutrainieren. Orientiere dich daran, was ein durchschnittlicher Mensch und Körper alles kann und schafft, oder mehr. Du wirst merken, dass dich deine Hochsensibilität immer weniger einschränkt und du wieder mehr Kraft und Stabilität bekommst.

Text by Corinne/Buonavitapraxis

Raus aus der Esoterik

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